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Lebensentwürfen respektvoll begegnen

Dienstag, 26.03.2019

Was sind die Bedürfnisse unserer Gesellschaft und wo stehen Menschen bei der Bewältigung des Alltags vor Herausforderungen? Der Universitätskurs "Sozialpsychiatrische Begleitung" schärft die Kompetenzen in der Betreuungsarbeit und reflektiert die eigene Rolle und das eigene Handeln im gesamtheitlichen Kontext.

"Wir leben nicht nur in einer Gesellschaft, die durch unterschiedliche Herausforderungen und Erwartungen Belastungen nach sich zieht. Wir leben auch in einer Gesellschaft, die sensibler und aufgeschlossener für psychische und soziale Problemlagen geworden ist", ist Univ.-Prof. Dr. Arno Heimgartner, wissenschaftlicher Leiter des Universitätskurses "Sozialpsychiatrische Begleitung", überzeugt. Die Aufgabe des Sozialbereiches ist es, auf die Breite der Problemlagen in unserer Gesellschaft und auf deren Bewältigung zu achten. Dabei ist vor allem auch der systemische Blick auf das Verhältnis der Person zu seinem sozialen Umfeld und seinen gesellschaftlichen Lebensbedingungen wichtig. "Erst dadurch erschließen sich erst die vielen belastenden Elemente, aber auch Ressourcen und Potenziale", weiß Heimgartner.

Dialoge, Wahrnehmung, Ziele

AbsolventInnen einer sozialpsychiatrischen Grundausbildung erhalten im Rahmen des berufsbegleitenden Universitätskurses "Sozialpsychiatrische Begleitung" eine vertiefende akademische Qualifizierung, um KlientInnen in sozialpsychiatrischen Versorgungsinstitutionen professionell begleiten zu können. Die Weiterbildung spezialisiert in interdisziplinärer Weise auf ein Berufsfeld, das bisher im Sozialbereich nur in generalistischen Ausbildungen mitabgedeckt wird und ist u. a. offen für Diplom-SozialbetreuerInnen, SozialpädagogInnen, IntegrationspädagogInnen, PsychologInnen, AbsolventInnen des Lehramtes und SozialarbeiterInnen.

Was bedeutet eigentlich professionelle Begleitung in individuellen Lebenswelten? "Es gilt der dialogische Ansatz und der unumstößliche Respekt vor der Person, von der aus die Wahrnehmung der multiplen Problemlagen und die Zieldefinitionen erarbeitet werden. Angst, Gewalt, Identitätskrisen, Selbstverletzung, Essstörungen, Sucht, eine irritierte Körperlichkeit usw. sind Teil dieses Geschehens. Teil des Geschehens sind aber auch Fragen, wie „Wer kauft das Frühstück ein?“, „Wie kann ich mir die Wohnung leisten?“, „Mit wem könnte ich Sport betreiben?“, „Wer hat Zeit, mit mir zu reden?“, „Was ist mir wichtig zu tun?“, „Wie kann ich mich mit jemanden versöhnen oder mich selbst akzeptieren?“ usw.", erklärt Heimgartner.

Respekt für Lebensentwürfe

Die handelnde Sozialakteurin bzw. der handelnde Sozialakteur ist in der interaktiven Arbeit stets auch selbst als Person mit seiner Lebenswelt präsent. Eine Gegebenheit, die geschulte Skills erfordert. "Die Unmittelbarkeit der Wertschätzung von Personen und deren Lebensentwürfen und zugleich die permanente Selbstsorge im Sinne von empathischer Distanzierung sind wesentliche Soft Skills in der sozialpsychiatrischen Begleitung. Konzepte wie das Empowerment oder die Alltagsorientierung verlangen nach einer Konkretisierung in vielen kleinen Handlungen, die in durchaus auch kritischen Beziehungen auf Augenhöhe das Selbstmanagement von Menschen fördern. Verbunden ist damit auch in irritierenden Situationen und Lebenslagen die Herausforderung, authentisch zu bleiben und gemäß seinen eigenen Werten und den professionellen Standards zu handeln", verlautbart Heimgartner.

Tätigungsfelder

Neben mobiler, teilstationärer und stationärer Handlungsfelder sieht der Experte die beruflichen Chancen der AbsolventInnen, etwa in der Kinder- und Jugendhilfe. "Die hier involvierten Professionen können für bestimmte Familiensysteme ebenfalls ein sozialpsychiatrisches Know-how benötigen." Aber auch in weiteren sozialen Handlungsfeldern, etwa der Wohnungslosenhilfe oder der Arbeit mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, kann der kompetente Umgang mit psychiatrischen Problemlagen relevant sein.

Alle Infos zum Universitätskurs "Sozialpsychiatrische Begleitung" erhalten Sie hier.

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