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Lernschwächen digital unterstützen

Montag, 11.03.2019

Um Lernprozesse zu unterstützen, werden immer mehr Technologien genützt. Profitieren junge Menschen mit Lernschwächen von digitalen Klassenzimmern und welche Chancen birgt E-Learning für die Lernentwicklung des Einzelnen?

Hat der Laptop nicht schon längst Schulheft und Kreide ersetzt? In Zeiten der Digitalisierung ist Bildung ein Universalschlüssel. Aber nützt sie auch jungen Menschen, die in digitalen Klassenzimmern mit Lernstörungen und/oder Lernschwächen konfrontiert sind? "Computer sind für Kinder und Jugendliche zumeist ein grundsätzlich interessantes Medium, mit dem sie sich neugierig beschäftigen. Diese Neugier ist eine gute Voraussetzung für Lernen, allerdings ist diese Grundmotivation nicht automatisch von Dauer", erklärt Univ.-Prof. Dr.in Karin Landerl, wissenschaftliche Leiterin des UNI for LIFE Programms "Therapie für Lernstörungen/Lernschwächen". Der Einsatz von digitalen Medien im Schulalltag birgt im Bereich Individualisierung aber große Chancen. "Digitale Förderprogramme sind oft adaptiv, das heißt, das Schwierigkeitslevel passt sich automatisch an die Leistung des Kindes an. Das ist vor allem bei jungen Menschen mit Lernstörungen und/oder Lernschwächen wesentlich", so Landerl.

E-Feedback

Es liegt auf der Hand: Durch digitale Unterstützung kann Lernen in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Schwierigkeitsgraden angeboten werden. Lernsoftware kann aber noch viel mehr, weiß Entwicklungspsychologin Landerl. "Sie gibt ausnahmslos neutrales Feedback. Richtige Antworten werden z.B. durch das Erreichen der nächsten Aufgabe verstärkt. Bei falschen Antworten wird das Kind sachlich auf den Fehler hingewiesen und kann seine Antwort verbessern." Es bleibt kein Raum für etwaige ungeduldige Äußerungen, die das übende Kind belasten könnten, weil ein Fehler "schon wieder" passiert ist, obwohl "schon so oft geübt" wurde. "Digitale Förderprogramme sind interaktiv und multimodal - beide Merkmale kommen kindlichen Lernprozessen sehr entgegen", so Landerl. Digitale Didaktik und sogenannte "Serious Games" machen zudem die detaillierte Aufzeichnung individueller Lernverläufe, die Beobachtung der Lernentwicklung sowie die Definition von Lernzielen möglich. Die Auswahl des Schwierigkeitslevels der bearbeiteten Aufgaben ist sorgfältig zu wählen. "Zu schwierige Aufgabenstellungen sind frustrierend und demotivierend. Der Lernerfolg bleibt aus", ergänzt Landerl. Der Lernerfolg bleibt aber auch dann aus, wenn die Aufgaben zu einfach gewählt sind und bei den RezipientInnen bloß als visuell "lustig" ankommen. Übrigens: Etwaige Motivations-Gimmicks sollten nicht auf Kosten der Vermittlung von Lerninhalten gehen. Rahmengeschichten und in der Software eingebaute Belohnungssysteme sollen ergänzen, aber nicht von Lese-, Rechen- oder Schreibaufgaben ablenken. 

Weitere Methoden, Strategien und Tools für die Therapie von Lernstörungen/-schwächen im Kinder- und Erwachsenenalter gibt Landerl ab Herbst 2019 an UNI for LIFE Teilnehmerinnen weiter. Alle Infos zum Lehrgang "Therapie für Lernstörungen/Lernschwächen" finden Sie HIER.

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