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Zwischen Dauererregung & Digitalem

Fotos: Unsplash / Elijah O Donnell, Pexels

Fehlende Medienkompetenz ist ein gesellschaftliches Problem. Im Rahmen des Kommunikationskollegs weist Medienwissenschaftler und Publizistikprofessor Dr. Fritz Hausjell auf mediale Defizite hin und unterstreicht die Gewichtigkeit, kommunikative Innovationsprozesse klug zu begleiten.

Ja, es gibt große Defizite im Bereich der Medienkompetenz und ja, das ist ein gesellschaftliches Phänomen, das sich durch die Zunahme der Kanäle verschärft hat. Das bestätigt Dr. Fritz Hausjell, Vortragender des Universitätskurses "Kommunikationskolleg". Wer sich intensiv mit der Nutzung vielfältiger Medien auseinandersetzen möchte, ist im Kommunikationskolleg genau richtig. Im Interview erklärt der renommierte Medienwissenschaftler, -historiker und Publizistikprofessor, warum vielen Medienkompetenz fehlt und wo bzw. wie wir uns diese aneignen können. 

Sie sind Vortragender des Kommunikationskollegs. Ihren Beobachtungen zufolge geht unsere Medienkompetenz immer mehr flöten. Warum?
Hausjell:
Medienkompetenz fehlt in großen Teilen, weil der Bildungsbereich versagt. Seit Jahren wird verabsäumt, Lehrkräfte kompetent zu schulen und für die modernen Ansprüche der Medienwelt fit zu machen. Man sitzt dem Glauben auf, den Digital Natives "eh nichts mehr" beibringen zu können, aber dem ist nicht so. Darüber hinaus ist auch den klassischen Medien ein Versagen anzulasten. Sie haben bis dato verabsäumt, mediale Innovationsprozesse klug zu begleiten. Klassische Medien, wie Print und Fernsehen, beschäftigen sich zwar mit neuen Medien, aber jene Beschäftigung ist meist von der Sorge getragen, dass sich klassische Medien von neuen bedrängt oder verdrängt fühlen. Mit dieser Ansicht kann man bei einem neugierigen, innovationsorientierten, aufgeschlossenen Publikum nicht punkten. 

Wie ordnen Sie die Flut an kursierenden Halbwahrheiten, Gerüchten, Fake News und Co im Netz ein und was steckt dahinter?
Hausjell:
Social Media, sprich soziale Medien, haben auf den ersten Blick ein freundliches Etikett - sie geben schließlich vor, sozial zu sein. Man vermag diese Medien heutzutage gut zu bedienen, aber die Logik dahinter und die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Plattformen sind vielen erst dann bewusst, wenn sie selbst das erste Mal Opfer eines Shitstorms werden. Es braucht dringend Dialoge, um diesen Strategien nicht auf den Leim zu gehen. Dialoge, die wir auch im Rahmen des Kommunikationskollegs führen.

Stichwort Shitstorms und soziale Dauererregung: Handelt es sich um subjektive Wahrnehmungen oder sind wir wirklich dauererregt? Was sind die Gründe dafür?
Hausjell:
Aktuell werden wir vor allem von Adressaten aus dem rechtpopulistischen Raum mit Begriffen wie "Lügenpresse", "Systemmedien" und "Fake News" konfrontiert und jene Gruppe von Menschen will damit klassische Medien denunzieren. Um Phänomene wie diese zu erkennen, braucht es analytische Fähigkeiten, die meiner Ansicht nach mit Hilfe von Kenntnissen aus der Kommunikations- und Politikwissenschaft und aus der Psychologie auf dem klassischen Bildungsweg transportiert werden müssen. Die mediale Entwicklung wird mit beachtlicher Geschwindigkeit weitergehen und schrille Positionen werden so lange verstärkt werden, bis wir zum Beispiel endlich auch auf digitaler Ebene eine verpflichtende Offenlegung dafür einführen, wer wirklich hinter diversen Accounts und digitalen Plattformen steckt und zur Verantwortung gezogen werden kann.

Wohin steuert das „Kommunikationsschiff“ künftig? Gegen was müssen wir uns wappnen?
Hausjell: Die immense, in den digitalen Bereich verlagerte Kommunikation macht es dienlich, dass das direkte Gespräch wieder gesucht werden wird. Das heißt zwar nicht, dass aggressive, erregte (Verbal)Zustände aus der Welt sind, aber im direkten Dialog sind Konsequenzen beispielsweise bei Beleidigungen tragender und das Davonlaufen bzw. Anonymität schwieriger. Ich plädiere dafür, dass wir uns alle an der eigenen Nase nehmen und unsere Verhaltensregeln in Hinblick auf digitale Kommunikation hinterfragen. Wenn ich beim Autofahren die Regel aufstelle, dass ich mich alkoholisiert nicht hinters Steuer setze, dann wird es auch möglich sein, Regeln in Hinblick auf ein reflektiertes Kommunizieren festzulegen. Der Universitätskurs "Kommunikationskolleg" wird auch dabei förderlich sein. 

Alle Infos zum Universitätskurs "Kommunikationskolleg" finden Sie hier. Nächster Starttermin: 27. September 2019. 

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