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Vollwert und vollwertig: Gesundheitsförderung in der Praxis

Freitag, 17. November 2017

Bestandsaufnahme bei den küchenpraktischen Übungen im Zuge des Masterlehrgangs Gesundheitsförderung und -pädagogik: Solides im Kopf, Solides im Topf. So funktioniert Bewusstseinsbildung am Teller und in der eigenen Biografie.

Karin Hammer-Oswald trägt eine Kochschürze mit Kuhfell und schwingt nicht nur fürs Foto euphorisch ein Geschirrhangerl. 30 Jahre hat sie als Volksschullehrerin gearbeitet, bis sie den Entschluss fasste, sich neu zu orientieren. „Das Schulsystem erschien mir in der Routine zu verkopft und ich wollte die Freude am Unterrichten nicht verlieren. Also habe ich mich nach einer Möglichkeit umgesehen, neue Erfahrungen zu sammeln und kreativ zu sein“, lacht Hammer-Oswald. Als Teilnehmerin des Masterlehrgangs Gesundheitsförderung und -pädagogik gewinnt sie nun Zusatzkompetenzen in Lehrgängen wie Ernährung, Bewegung, Psychosoziale Gesundheit und Suchtprävention. Heute stehen küchenpraktische Übungen auf der Agenda.

Grünkernnockerl & Dattelbusserl

Doris Dreier, Gesundheitstrainerin mit Schwerpunkt Ernährung beim Verein Styria vitalis, leitet das Praxisseminar in der Küche der Pädagogischen Hochschule. „Während der vier Semester stehen die TeilnehmerInnen an insgesamt 13 Halbtagen gemeinsam am Herd und bereiten gesunde, schmackhafte Speisen zu. Vegetarisches und Veganes stehen dabei im Fokus, weil wir davon ausgehen, dass ohnehin zu fleischlastig gekocht und gegessen wird“, so Dreier. Bei Gemüseauflauf mit Grünkernnocken, Karfiol-Kichererbsen-Curry und überbackener Birne berichtet Teilnehmerin Bernadette Weiß-Hirschmugl über ihre Weiterbildungsambitionen. „Ich bin Mama einer kleinen Tochter und als Lehrerin an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege, derzeit in Bildungskarenz. Gesunde Ernährung spielt in meinem Leben schon sehr lange eine große Rolle. Ich backe z. B. zuhause Brot und mahle dafür auch das Getreide selbst. In meiner Familie fühle ich mich manchmal als kulinarische Exotin. Umso schöner ist es, im Zuge dieser Ausbildung so viele Gleichgesinnte gefunden zu haben“, freut sich Weiß-Hirschmugl.

Freude am Kochen schafft Bewusstsein

Ernährungswissenschaftlerin Mag. Sabine Hollomey leitet übrigens den Ernährungszweig dieses Masterlehrgangs, der von UNI for LIFE in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Steiermark angeboten wird, und hat auch das Curriculum mitkonzipiert. Sie erklärt, warum eine solide Basisausbildung in Sachen Gesundheit und Ernährung Trends vorgezogen wird „Es ist nicht so, dass wir aktuelle Strömungen wie Low Carb oder No Carb, Superfood und Co auslassen, aber in erster Linie geht es darum, das Wissen und die Kompetenzen zu vermitteln, um diese Trends einordnen und beurteilen zu können. Und auch Freude am Kochen trägt dazu bei.“ Fazit des Praxisseminars: Volle Bäuche und neue, berufsrelevante Kenntnisse zur Natur- und Vollwertküche.

Der Lehrgang startet jährlich im September. Infos dazu erhalten Sie bei unserer Infomesse am 25. April 2018 von 16.00 bis 19.00 Uhr im Palais Kottulinsky. Weiteres zum berufsbegleitenden Masterlehrgang Gesundheitsförderung und Gesundheitspädagogik finden Sie außerdem HIER.

Fotos: UNI for LIFE