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LL.M. Sanierungsrecht

Donnerstag, 28.01.2021

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Allgemein wird ein rasanter Anstieg der Insolvenzen vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2021 erwartet. Die Gründe sind absehbar. Was es jetzt braucht, sind ExpertInnen mit juristischem Rüstzeug zum Thema Sanierungsrecht. Ein Interview mit Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Gerhard Schummer, wissenschaftlicher Leiter des Masterlehrgangs "LL.M. Sanierungsrecht" über die Knackpunkte der Coronakrise.

Was sind eigentlich die aktuellen Knackpunkte bei coronabedingten Sanierungsprozessen?

Schummer: Die größte Schwierigkeit ist die bestehende Unsicherheit. Liquiditäts- und Finanzplanungen als Kern jeder Sanierung sind äußerst schwierig. Man stelle sich etwa einen Tourismusbetrieb in einem Wintersportort vor, der etwa vor drei Monaten noch damit rechnen konnte, dass im Februar wahrscheinlich ein „normaler“ Betrieb verbunden mit entsprechenden Einnahmen möglich sein werde. Durch die Lockdowns sind alle Planungen hinfällig.

Gehen Sie davon aus, dass die Zahl der Sanierungen in den nächsten Monaten zunimmt? Verschieben die Corona-Maßnahmen und Hilfspakete Sanierungen lediglich?

Schummer: Ich hoffe, dass die Coronakrise ein Motor für Sanierungen sein wird und damit auch eine positive Seite hat. Zu befürchten ist allerdings, dass es vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2021 eine Konkurswelle geben wird. Jene UnternehmerInnen, die schon vor Corona wirtschaftliche Schwierigkeiten hatten, werden wahrscheinlich nicht überleben.

Welche besonderen Kompetenzen erfordert die aktuelle Situation seitens der BeraterInnen?

Schummer: BeraterInnen haben sich einerseits durch den Dschungel an neuen gesetzlichen Maßnahmen durchzukämpfen, die eine Vielzahl von Maßnahmen zur Krisenbewältigung vorsehen. Sie müssen für ihre KlientInnen alle Anträge vorbereiten und einbringen, damit die entsprechenden Fördergelder letztlich am Konto der KlientInnen landen. Dies erfordert die Kompetenz, dass sich BeraterInnen rasch mit neuen Gesetzesbestimmungen vertraut machen und auch in der Praxis umsetzen können. Andererseits müssen die BeraterInnen immer auch ein Auge auf die aktuelle wirtschaftliche Lage der KlientInnen werfen, um sie entsprechend beraten zu können, welche nächsten Schritte zu setzen sind.

Ist das Insolvenzrecht für die derzeit vorherrschende Krise gut ausgestattet?

Schummer: In der ersten Jahreshälfte 2021 wird es wahrscheinlich eine wesentliche Neuerung geben. Österreich muss die sogenannte "Richtlinie über Restrukturierung und Insolvenz" umsetzen. Es soll eine Art Vorinsolvenzverfahren eingeführt werden. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie sehr sich dieses Verfahren in der Praxis durchsetzen wird.

Warum kann gerade in der aktuellen Covid-19-Lage eine Sanierung für Unternehmen hilfreich sein?

Schummer: Die aktuelle Lage bietet die Zeit und damit auch die Chance, die eigene gegenwärtige und zukünftige Position am Markt zu analysieren und allenfalls zu korrigieren.

Welche im Masterlehrgang "LL.M. Sanierungsrecht" erwerbbaren Kompetenzen benötigt man jetzt aus Beratersicht besonders?

Schummer: Im Masterlehrgang "LL.M. Sanierungsrecht" werden die Sanierungsmaßnahmen in ihren unterschiedlichen Facetten durchleuchtet. Den richtigen Mix aus Sanierungsmaßnahmen zu finden und mit entsprechendem rechtlichem Know-how umzusetzen ist ein entscheidender Faktor für erfolgreiche BeraterInnen.
 

Weitere Infos und Anmeldung: Masterlehrgang "LL.M. Sanierungsrecht" 

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