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Nahaufnahme mit DariaDaria

Montag, 25.06.2018

Sie zählt zu den erfolgreichsten Influencern im deutschsprachigen Raum und ist ab Herbst Vortragende des neuen Kommunikationskollegs: Madeleine Alizadeh alias DariaDaria. Ein Interview über Podcast, digitale Gratwanderungen und das neue IGTV-Feature bei Instagram.

Ihr erstes Mal als Vortragende im Rahmen eines Weiterbildungsprogramms an der Universität Graz: Wie finden Sie sich in der Rolle und im neuen Kommunikationskolleg wieder?

Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung und natürlich auch auf die Vorbereitung, die ich so praxisnah und spannend wie möglich gestalten möchte.

Was hat Sie dazu bewegt, Social Media als Kommunikationsplattform derartig stark und effizient zu nützen und was waren die größten persönlichen Herausforderungen, wenn Sie an Ihre digitalen Anfänge zurückdenken?

Es war keine strategische Entscheidung, sondern ein natürlicher Prozess, sehr organisch. Herausforderungen waren auf jeden Fall der Sprung als Bloggerin vom privaten Hobby zum Beruf, die Professionalisierung des Mediums sowie des Berufs und die üblichen Tücken, die Social Media mit sich bringt. Stichwort Umgang mit Privatsphäre und dergleichen.

Mittlerweile bloggen Sie kaum noch, sondern konzentrieren sich auf Ihren Podcast. Eine notwendige Weiterentwicklung? Und was unterscheidet die beiden Disziplinen am stärksten voneinander?

Podcast und Blog sind natürlich zwei sehr verschiedene Medien, allein schon, weil das eine, also Podcast, quasi bildschirmfrei funktioniert. Der Schritt dahin war für mich ein großer, vor allem, weil ich nicht sicher war, wie meine Community darauf reagiert. Für mich war es nach sieben Jahren des Bloggens definitiv eine notwendige Weiterentwicklung. Den stärksten Zuspruch bekomme ich aber nach wie vor über meinen Instagram-Account. Mit dem neuen IGTV-Feature wird sich dieses Medium mit Schwerpunkt Video auf jeden Fall noch massiv verändern.

Thema Selbstdarstellung in der Social-Media-Welt: Wie sehr hat Sie dieses Thema anfangs begeistert, wie intensiv haben Sie es bedient und wann wurde es zur Last? Gab es Postings, die Sie im Nachhinein bereut haben?

Meine Entwicklung war zu jedem Zeitpunkt sehr intuitiv und mit wenig bis gar keinem Kalkül ausgelegt. Natürlich braucht man einen Hang zur Selbstdarstellung, wenn man dieses Medium so nutzt wie ich. Ich bin seit knapp acht Jahren im Business und da entwickelt man sich definitiv als Mensch und Marke. Vieles, was ich früher preisgegeben habe, würde ich heute nicht mehr preisgeben, daraus habe ich gelernt! Für frühere Kooperationen schäme ich mich nicht, aber natürlich gibt es Marken wie Nespresso, die ich auf keinen Fall mehr bewerben würde. Aber auch hier übe ich mich in Empathie und Nachsicht: ich wusste es einfach nicht besser. Da hilft es nichts zu bereuen, viel besser ist es den damit verbundenen Lernprozess wertzuschätzen. Ein Produkt der Öffentlichkeit ist man als „Internetmensch“ (ich mag den Begriff Influencer nicht so gerne) immer. Und als Produkt der Öffentlichkeit haben viele Menschen den Anspruch auf eine Art Besitz dieses Produkts. Das ist eine stetige Gratwanderung und bedarf auch mehr Aufklärung. Was ich damit meine? Dass man den FollowerInnen immer wieder erklärt, dass man kein Produkt, sondern ein Mensch ist und auch hier Respekt und Achtsamkeit im digitalen Umgang gebührt.

Was raten Sie Menschen, die sich für Ihren Beruf interessieren?

Eine Grundaffinität für das Medium und die Begleitmedien sind definitiv ein Must. Wer keine Handys, keine Technologie, keine Fotos und Videos mag oder kaum damit umgehen kann, der wird sich schwertun. Ich denke auch, dass ein realistischer Zugang irrsinnig wichtig ist. Viele Menschen glauben, dass der Erfolg über Nacht kommt und schätzen den Beruf einfacher ein, als er ist. Es bedarf wirklich Geduld und einen langen Atem! Eine weitere Herausforderung ist auch, stets am Puls der Zeit bzw. Technologie(n) zu bleiben und schnell agieren zu müssen. Influencer zu sein ist definitiv kein Beruf, in dem man sich zurücklehnen kann.

Nun setzen Sie mit Podcast, Kolumne, Yogaunterricht und eigener Modelinie verstärkt auf analoge Emotionalisierung. Warum ist Ihnen das wichtig(er) geworden und was wird schlussendlich aus Ihrem einst so erfolgreichen Blog?

Ich war vor der Gründung meines „Internet Ichs“ und werde danach immer noch ein Mensch mit denselben Werten sein. Mir war mit 16 Achtsamkeit wichtig, genauso wichtig ist sie mir heute. Bloß die Kommunikation und Art der Verkörperung dieser Werte verändert sich mit der Zeit. Was ich aber definitiv festgestellt habe: Social Media birgt ein irrsinniges Potenzial, das oft in der Übersetzung ins Analoge verloren geht. Als Beispiel nehme ich hier gerne politischen Aktivismus: Ist das Teilen einer Online-Petition schon genug, um politisch aktiv zu sein? Wo liegen die Grenze des digitalen Aktivismus und wie können wir diese Bemühungen ins Analoge übersetzen? Auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass digital gleich schlecht oder minder bedeutet. Viele Bemühungen und Projekte können digital um ein vielfach größeres Potenzial mit sich bringen als auf analogem Weg.
 

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Wer ist DariaDaria? 
Madeleine Alizadeh gründete 2010 den Blog „DariaDaria“, der kurz darauf zu einem der meistgelesenen Blogs im deutschsprachigen Raum wurde. Nach fast sieben Jahren als Bloggerin beschloss sie ihren Blog ruhigzulegen, um sich vorrangig ihrem Podcast und Auftritten als Speakerin bei diversen Veranstaltungen zu widmen.

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