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Quo vadis, Pflegemanagement?

Montag, 04.05.2020

In Krisen- und Katastrophensituationen sind die Anforderungen an das Pflegemanagement mannigfaltig. Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Rotes Kreuz und wissenschaftlicher Leiter unserer Lehrgänge Mittleres Pflegemanagement Teil I und Gehobenes Pflegemanagement Teil II, zeigt auf, welche Ressourcen es für eine gute und verlässliche Versorgung im Pflegebereich braucht und berichtet über die Lage in Zeiten von Corona.

Welche Kompetenzen sind aktuell in der Führungsetage des Gesundheits- und Sozialwesens angesichts der Corona-Krise besonders gefragt und warum?

Aktuell benötigt das Pflegemanagement Fachwissen, um den MitarbeiterInnen entsprechende Handlungsleitlinien und Sicherheit zu vermitteln, sowie Flexibilität, um rasch mit den geänderten Herausforderungen umgehen zu können bzw. die Handlungskontrolle zu behalten. Die regelmäßige Kommunikation mit den MitarbeiterInnen ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. Zum Beispiel braucht es im Bereich der Hauskrankenpflege neue Tools für regelmäßige Video-Teambesprechungen.

Wie halte ich als Führungskraft meine Mannschaft in so herausfordernden Zeiten motiviert?

Das Zuhören und Eingehen auf die Probleme und Sorgen der MitarbeiterInnen ist essentiell. Es muss vermittelt werden, wie wichtig jeder Einzelne und ihre/seine Tätigkeit ist. Darüber hinaus sind Zuversicht und Ruhe stabilisierende Aspekte. Kompetenzen, auf die im Universitätslehrgang "Führungsaufgaben in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens (Mittleres Pflegemanagement Teil I)" bzw. Masterupgrade "Führungsaufgaben in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens (Gehobenes Pflegemanagement Teil II)" – beide werden in Kooperation mit dem Land Steiermark durchgeführt – praxisnah eingegangen wird.

Welche Misstände konnten Sie im Gesundheits- und Sozialwesen in den letzte Wochen orten – was gehört dringend ausgemerzt, wo besteht Nachholbedarf?

Ich würde jetzt nicht von Missständen sprechen, aber die Bereitstellung von ausreichender und qualitätsvoller Schutzausrüstung insbesondere für MitarbeiterInnen in der Langzeitpflege (Pflegeheime, mobile Pflege und Betreuung) sind sehr wichtig. Die Krise hat uns in diesem Ausmaß überraschend getroffen. Hier hat sicherlich die ganze Republik gelernt, zukünftig für entsprechenden Bevorratung zu sorgen.

Wie stehen Sie zu den Bonuszahlungen an Pflegekräfte und wie muss sich die Wertschätzung der Berufsgruppe gegenüber künftig gestalten?

Wir unterstützen Bonuszahlungen von der öffentlichen Hand für Pflegekräfte, dies ist aber sicherlich nur ein erster Schritt, um Wertschätzung auszudrücken. Da im Arbeitsprogramm der Bundesregierung eine Pflegereform auf der Agenda steht, werden sicherlich in naher Zukunft viele Maßnahmen diskutiert und hoffentlich auch beschlossen, die die Wertschätzung für den Berufsstand aufwiegt. Eine entsprechende Bezahlung ist eine Maßnahme, aber es geht auch um viele andere wie z. B. die Förderung von Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten von Pflegekräften.

Inwiefern wird Corona das Pflegemanagement nachhaltig verändern?

Dies ist zum aktuellen Zeitpunkt noch schwer zu beurteilen, da die Reflexion der gesetzten Maßnahmen erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist. Die Vorbereitung für Krisen- und Katastrophensituationen (von der Pandemie bis zu Naturkatastrophen) werden im Pflegemanagement zukünftig sicherlich einen höheren Stellenwert bekommen.

Wie kann ich als Führungskraft in dieser Branche persönlich gestärkt aus dieser Krise hervorgehend?

Der regelmäßige Austausch und gemeinsames Handeln innerhalb der Führungsetage wirkt stärkend. Trotz hoher zeitlicher Beanspruchung sollte man sich immer wieder etwas Freiraum für Regeneration schaffen. Das Gefühl, wichtige und sinnvolle Aufgaben erledigt zu haben, bestärkt das eigene Tun und somit auch die Führungsrolle.

Infos zum Universitätslehrgang und Masterupgrade erhalten Sie HIER.

Außerdem werden die Programme im Rahmen der Online Infodays am 7. Mai 2020 vorgestellt. Zur Anmeldung geht es HIER.

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