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Runter von der Palme

Donnerstag, 08.12.2022

Veränderungen begünstigen Konflikte. Manche davon benötigen professionelle Vermittlungshilfe, um aus einem „Entweder-Oder“ ein „Sowohl-Als-Auch“ werden zu lassen. Prof. Dr. Cristina Lenz, wissenschaftliche Leiterin des Masterlehrgangs „Mediation, Negotiation, Communication & Conflict Management“ über Grundsteine des Zusammenwachsens und das vermittelnde Rollenverständnis von MediatorInnen.

Die aufgeladene Weltstimmung zwischen Teuerungswelle, Kriegsschauplätzen und Umweltkatastrophen bedingt ja fast schon die Prämisse: „Runter von der Palme“. Wie können MediatorInnen dabei unterstützen, in brisanten Zeiten im Umgang miteinander einen kühlen Kopf zu bewahren?

Lenz: Wer als MediatorIn einen Rahmen schafft, in dem ein vertraulicher Austausch stattfinden kann, bei dem weder ver- noch beurteilt wird, legt bereits einen wichtigen Grundstein. Über dieses Vertrauen zu einer Person, der MediatorIn, können die Beteiligten Vertrauen in den Prozess der Mediation gewinnen. Wenn der Konfliktherd im übertragenen Sinn heiß und der Leidensdruck Betroffener groß ist, stellen sich Menschen einer Mediation und erfahren, dass das gemeinsame Arbeiten an einer Lösung mit professioneller Begleitung gelingen kann. Das sind Voraussetzungen, die beispielsweise eine Mediation mit Putin aus aktueller Sicht unmöglich machen würden. Er wäre schlichtweg ungeeignet. Für alle Beteiligten einer Mediation gilt: Niemand kann zu einer Lösung oder einem Einvernehmen gezwungen werden.

Was ist das Herausforderndste in der Arbeit als MediatorIn?

Lenz: Wenn jahrelang an einem Konflikt „gebastelt“ wurde, muss erst eine Aufarbeitung stattfinden und alles auf den Tisch kommen, damit sich ein gordischer Knoten auflösen kann. Eine Mediation basiert immer auf der Bereitschaft aller Beteiligten. Nur dann kann im Zuge des Verfahrens Neues entstehen. Die Interventionen von ausgebildeten MediatorInnen sind am besten minimal invasiv. Man greift so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig im Verfahren ein. Professionelle Interventionen, die gesetzt werden, sind wie ein Instrument zu verstehen – als GeigenspielerIn im Orchester darf ich mich auch nicht erst bei meinem Einsatz fragen, wie ich spielen soll. Ich muss dann einsetzen, wenn ich gefragt bin und wissen, was und wie ich spielen muss. Den Rest der Zeit bin ich präsent, halte mein Instrument aber still. Diese Haltung und natürlich alle Techniken und Tools kann ich als MediatorIn umfassend in Weiterbildungen wie dem Masterlehrgang „Mediation, Negotiation, Communication & Conflict Management“ trainieren. Ein großer Vorteil: Der im Masterprogramm integrierte Mediationslehrgang basiert auf der Grundlage von § 29 ZivMediatG, BGBl I 29/2003, und befähigt ausbildungstechnisch zur Eintragung in die vom Bundesministerium für Justiz herausgegebene Liste der eingetragenen MediatorInnen.

Welche Karrierechancen sehen Sie aktuell für MediatorInnen?

Lenz: Die Komplexität des heutigen Zeitalters braucht die Fähigkeit, auf fachlicher, menschlicher, interkultureller und transkultureller Ebene gut zu kooperieren. Dafür benötigen wir Klarheit und eine gewisse „Schneid“, Dinge anzusprechen bevor sie zu einem großen Konflikt anwachsen. Ob in der Organisation, als Führungskraft, MitarbeiterIn oder im privaten Umfeld: Ich muss nicht auf einen Konflikt warten, um mediativ zu handeln. Eine Weiterbildung in Sachen Mediation kann ein Berufsbaustein und eine grundlegende Qualifikation für alle Brachen sein.

Anmeldung zum Masterlehrgang bis 10. Februar 2023 möglich

 

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