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S wie Shutdown, S wie Sanierung

Mittwoch, 22.04.2020

Was, wenn während oder nach dem Shutdown der Showdown droht? Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Gerhard Schummer, wissenschaftlicher Leiter des Masterlehrgangs "LL.M. Sanierungsrecht" über die Rettung von Unternehmen und auf welche Sanierungsschritte es Aug in Aug mit einer drohenden Insolvenzwelle ankommt.

Wie schlimm sind die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise auf Unternehmen Ihrer Einschätzung nach wirklich?

Schummer: Es gibt Branchen, die kaum Auswirkungen spüren – wie etwa Teile der Lebensmittelproduktion oder generell der Lebensmittelhandel. Für die Gastronomie- und Tourismusbranche ist der Shutdown dagegen existenzbedrohend. Je länger der Status Quo andauert, desto gefährlicher wird die Situation für viele UnternehmerInnen werden. Nach jüngsten Untersuchungen sind zwei Drittel der Unternehmen stark von der Corona-Krise betroffen. Die breite Masse der UnternehmerInnen wird aber hoffentlich mit einem blauen Auge davonkommen.

Ist eine Insolvenzwelle aus aktueller Sicht überhaupt abwendbar?

Schummer: Der Gesetzgeber hat rasch reagiert und durch verschiedene Maßnahmen etwa in der Insolvenzordnung versucht, eine unmittelbar drohende Insolvenzwelle größeren Ausmaßes zu verhindern. Bestimmte Maßnahmen, wie etwa die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung sind aber nur zeitlich befristet. Die Fristverlängerung für Insolvenzantragspflicht auf 120 Tage bei Pandemie kann letztlich Insolvenz auch nicht verhindern, sondern nur zeitlich verschieben. Gleiches gilt für Stundungen für Steuern, Kreditrückzahlungen etc: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Verpflichtungen bleiben einerseits, andererseits lässt sich aber in vielen Branchen wie etwa in der Gastronomie der Umsatzverlust nicht nachholen. Eine Insolvenzwelle wird daher wohl unvermeidlich sein und wahrscheinlich erst 2021 den Höhepunkt erreichen; zu hoffen bleibt, dass sich viele Unternehmer über ein Sanierungsverfahren noch retten können.

Worauf kommt es jetzt an, damit Sanierungsschritte gelingen und was können künftige AbsolventInnen des Masterlehrgangs zur Rettung von Unternehmen beitragen?

Schummer: Man muss zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Maßnahmen ergreifen. AbsolventInnen des Masterlehrgangs sind in der Lage, Sanierungsmaßnahmen aus unterschiedlichen Aspekten, wie etwa aus Sicht des Steuer- und Bilanzrechts, des Arbeitsrechts oder des Gesellschaftsrechts zu beurteilen und für KlientInnen eine maßgeschneiderte Lösung anzubieten.

Welche Herausforderungen kommen auf beratende Berufe in Sachen Sanierung zu?

Schummer: Die gesamte Sanierungsbranche muss sich wohl für lange Zeit auf Überstunden einstellen. Die Hauptprobleme der KlientInnen zu erkennen, rasch den richtigen Sanierungsmix zu finden und vor allem auch allen Beteiligten vom Gelingen der Sanierung überzeugen zu können, wird für BeraterInnen essentiell sein.

Immer wieder ist derzeit von einer möglichen "reinigenden Wirtschaftskrise" zu hören und zu lesen – wie stehen Sie zu solch einer Aussage?

Schummer: Die Aussage ist meines Erachtens nur beschränkt richtig. Jene Unternehmen, die schon vor der Pandemie wirtschaftlich krank und nicht heilbar waren, werden früher als sonst vom Markt verschwinden. Insofern hat die Krise eine bereinigende Wirkung. Die Pandemie bringt aber auch gesunde Unternehmen unverschuldet in die Krise. In diesen Fällen ist die Krise nicht reinigend, sondern zerstörend!

Alle Infos zum Masterlehrgang "LL.M. Sanierungsrecht" finden Sie HIER.
Nächster Starttermin: 15. Oktober 2020

Informieren Sie sich auch in der Infosession an unseren Online Infodays!
Anmeldung zur Infosession LL.M. Sanierungsrecht am 7. Mai, 17.00 bis 17.30 finden Sie HIER.

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