Was waren die Highlights aus Deiner Sicht?
Stephan Witzel: „Vor zwanzig Jahren erkannte Prof. Alfred Gutschelhofer, damaliger Rektor der Universität Graz, dass es für eine Universität hilfreich ist, Weiterbildungskompetenz und -angebote in einer Weiterbildungsorganisation zu bündeln. Im Moment der Gründung war klar: Eine Universität, die Weiterbildung ernst nimmt, braucht eine Organisation, die sich mit Knowhow und Herzblut um genau dieses Thema kümmert. Ein Schritt, der bis heute viele Menschen in ihrer Karriere und ihrer Entwicklung unterstützt hat.
Seitdem ist da immer wieder die Erkenntnis, welch unglaubliches Potenzial für Weiterbildungsinhalte es gibt und wie viele Themen darauf warten, in Weiterbildungsformate übersetzt zu werden. An der Uni Graz werden viele unterschiedliche Bildungsbereiche abgebildet, was uns und unseren Teilnehmenden unzählige Möglichkeiten und Chancen bietet.
Eines der Highlights in meiner Zeit der letzten Jahre hat sich während des ersten Corona‑Lockdowns ereignet. Während die Welt stillstand, haben wir uns überlegt, was unser gesellschaftlicher und sozialer Beitrag als Weiterbildungsorganisation der Uni Graz sein könnte. Kurzerhand haben wir Online‑Lernangebote allen Interessierten unentgeltlich zugänglich gemacht und auf diesem Weg Wissen und Weiterentwicklung in schwierigen Zeiten anbieten können. Innerhalb kürzester Zeit lernten über 10.000 Menschen auf Basis der von uns zur Verfügung gestellten Lerninhalten, von Graz bis Neuseeland.
Und natürlich ist jede Zertifikatsverleihung ein Höhepunkt für mich, bei dem spürbar wird, was universitäre Weiterbildung den Absolvent:innen bedeutet und wieviel wir als akademische Weiterbildungsorganisation zu beruflichen Lebensläufen beitragen können. Wo Karrieren neue Richtungen bekommen. Wo Stolz, Erleichterung und Zukunftspläne in einem Raum zusammenkommen.“
Was hat sich in deiner Zeit bei UNI for LIFE verändert?
Stephan Witzel: „Wer zehn Jahre in der akademischen Weiterbildung arbeitet, weiß: Stillstand ist keine Option. Die Branche hat sich verändert – und UNI for LIFE mit ihr. Die Geschwindigkeit, mit der neue Themen entstehen, hat zugenommen. Das Tempo, mit dem wir auf neue Weiterbildungsanforderungen reagieren und auch neue Trends setzen, hat sich dem angepasst.
Auch die Formate haben sich gewandelt. Was einst fast ausschließlich in Präsenz stattfand, ist heute ein Mix aus gefüllten Seminarräumen, gemeinsamen Webinar-Terminen, Hybrid‑Modulen und komplett orts- und zeitunabhängigen Online-Seminaren. Weiterbildung ist flexibler geworden und damit näher an die bunten Lebensrealitäten unserer Teilnehmner:innen gerutscht.
Und schließlich der Umfang: Wo früher fast ausschließlich akademische und umfangreiche Formate wie Masterprogramme waren, warten heute viele modularisierte Angebote bis hin zu punktgenauen Lernhäppchen. Weiterentwicklung ist nicht mehr nur ein großes Projekt, sondern oft ein Mix aus verschiedenen Impulsen.“
Worauf kann das Team von UNI for LIFE stolz sein?
Stephan Witzel: „Ich bin stolz darauf, dass wir als Team in all den Jahren zusammengehalten haben und tagtäglich mit unserer Arbeit einen wichtigen Beitrag leisten und damit zu sehr vielen unterschiedlichen Karrieren beitragen durften. Als Tochterorganisation der Uni Graz leisten wir mit unserer Arbeit einen wichtigen Beitrag zu den Werten unserer Uni.
Wir haben dadurch mittlerweile auch eine hohe Sichtbarkeit bei Weiterbildungsinteressierten in der Steiermark sowie weit darüber hinaus. Unsere Teilnehmer:innen in all den Jahren sind hoch motivierte Personen, die mit universitärer Weiterbildung über sich hinauswachsen. Dass freut mich schon sehr, sie dabei unterstützen zu können.
Außerdem sind wir für viele Unternehmen die erste Ansprechpartnerin, wenn es darum geht, hochwertige Weiterbildungsformate für ihre Mitarbeitenden zu entwickeln und umzusetzen.
Und nicht zuletzt: Wenn man österreichweit die erste universitäre Bildungseinrichtung ist, die eine eigene Online‑Seminarplattform aufbaut – und damit zeigt, dass Innovation nicht nur ein Schlagwort ist, sondern eine Haltung, darf mach schon ein wenig stolz sein.“
Wie könnte man zwanzig Jahre UNI for LIFE auf den Punkt bringen?
Stephan Witzel: „UNI for LIFE versteht sich seit 20 Jahren als Brücke zwischen Uni Graz und der Gesellschaft. Wir bieten daher wissenschaftlich fundierte und zugleich praxisnahe Weiterbildungsangebote an und tragen somit unseren Teil dazu bei, dass Erkenntnisse aus Forschung und Lehre an der Uni in Gesellschaft und Wirtschaft ankommen.“
Und vielleicht liegt genau darin die eigentliche Geschichte dieser zwanzig Jahre: dass Weiterbildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern Möglichkeiten schafft. Für Menschen, für Unternehmen, für Regionen.