Entwicklungsfragen
Wenn es um Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen geht, muss man immer auch die Entwicklung mitbedenken. Im Pflege-Alltag ist man da immer wieder mit Situationen konfrontiert, die weit über klassische Pflege hinausgehen: komplexe Krankheitsbilder, psychische Belastungen, Entwicklungsfragen, Unsicherheiten der Eltern, Konflikte im Umfeld.
Die richtige Sprache sprechen
Außerdem begegnen Kinder und Jugendliche Pflegepersonen ganz anders als Erwachsene. Sie zeigen Angst, Schmerz oder Überforderung anders: in Rückzug, in Wut, in Schweigen, in durch aufgedrehtes Verhalten. Wer mit ihnen arbeitet, muss lernen, sie zu verstehen und zwischen den Zeilen lesen zu können.
Pflege auf Augenhöhe
Pflegende, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, müssen gleichzeitig medizinisch kompetent, entwicklungspsychologisch sensibel und kommunikativ flexibel sein. Ein Dreiklang, der im Alltag oft herausfordernd ist. Denn ein Kind versteht nicht automatisch, warum eine Behandlung notwendig ist. Ein Jugendlicher lässt sich nicht immer auf Gespräche ein. Und Eltern sind nicht nur Angehörige, sondern zentrale Partner im Pflegeprozess – manchmal unterstützend, manchmal überfordert, manchmal selbst in einer Krise.
Was es braucht
Der Universitätskurs Kinder- und Jugendlichenpflege vermittelt deshalb nicht nur Wissen über Krankheitsbilder und Therapien, sondern auch ein Verständnis für die verschiedenen Alters- und Entwicklungsstufen. Daneben gibt er auch Einblicke, wie Kinder und Jugendliche die Welt erleben. Wie sie Schmerzen ausdrücken. Wie sie Vertrauen aufbauen. Wie sie reagieren, wenn sie Angst haben oder sich nicht verstanden fühlen.
Kinder, Jugendliche, Eltern
Ein besonderer Fokus liegt auf Kommunikation: Wie erklärt man medizinische Eingriffe altersgerecht? Wie spricht man mit Jugendlichen, die sich abgrenzen wollen? Wie begleitet man Eltern, die zwischen Sorge, Schuldgefühlen und Informationsflut stehen?
Sicherheit im Tun
Auch rechtliche Fragen spielen eine Rolle – etwa, wenn es um Einwilligungen, Aufklärungspflichten oder den Umgang mit Schutzbefohlenen geht. Pflegende bewegen sich hier in einem sensiblen Feld, in dem Verantwortung und Fürsorge eng miteinander verwoben sind. Know-how macht die Arbeit mit kranken Kindern und Jugendlichen nicht zum Kinderspiel, aber definitiv leichter.