Klares Profil
Frau Dacho, MSc hat die Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin noch nach der alten Ausbildungsverordnung absolviert und 2025 das Master-Upgrade für psychosoziale Beratung bei uns abgeschlossen. Damals sollte die Ausbildung für sie vor allem zeitlich überschaubar, leistbar und praxisnah sein. „Heute würde ich noch genauer darauf achten, wie tiefgehend die Inhalte sind, welche Schwerpunkte möglich sind und welche Anschlussmöglichkeiten es gibt.“, berichtet sie. „Ich halte es für sehr wichtig, nicht „nur“ Lebens- und Sozialberater:in zu sein, sondern ein klares Profil zu entwickeln. Es gibt verschiedene Vertiefungen, etwa Supervision, Trauerbegleitung, Paarberatung oder Aufstellungsarbeit. Ich selbst habe unter anderem Schwerpunkte im Bereich Trauerbegleitung und Supervision. Eine Spezialisierung hilft dabei, sich am Markt besser zu positionieren und klarer zu kommunizieren, wofür man steht.“
Weg in die Selbstständigkeit
Der Weg in die Selbstständigkeit ist nicht immer leicht. Der formale Weg zum Gewerbeschein war für Frau Dacho einfach, Klient:innen zu gewinnen und sichtbar zu werden, schon schwieriger. „Lebens- und Sozialberatung ist meist lösungsorientiert und eher kurzfristig angelegt. Das bedeutet auch: Man braucht laufend neue Klient:innen. Deshalb sind Spezialisierung, Netzwerk und Sichtbarkeit sehr wichtig“, berichtet sie. „Ein gutes Netzwerk ist aus meiner Sicht unverzichtbar. Dazu gehören Kolleg:innen, Supervisor:innen, Trainer:innen, andere Berufsgruppen und Institutionen. Man sollte präsent sein, Veranstaltungen besuchen und den Austausch aktiv suchen. Netzwerken passiert nicht von allein. Man muss hingehen, sichtbar sein und Kontakte pflegen.“
Selbsterfahrung und Reflexion
In der Lebens- und Sozialberatung begleitet man Menschen in persönlichen Veränderungsprozessen, bei beruflichen Entscheidungen, Beziehungsthemen oder in belastenden Lebensphasen. Doch was braucht es wirklich, um in diesem Feld gut arbeiten zu können? Auf die Frage, für wen die Ausbildung Psychosoziale Beratung geeignet ist, sagt Doris Dacho: „Für Menschen, die bereit sind, sich wirklich mit sich selbst auseinanderzusetzen. In der Ausbildung geht es nicht nur um Methoden und Fachwissen, sondern auch um Selbsterfahrung und Reflexion. Wer mit Menschen arbeiten möchte, sollte bereit sein, auch auf sich selbst zu schauen. Diese Offenheit ist aus meiner Sicht eine wichtige Voraussetzung.“ Wer andere professionell begleiten möchte, muss auch bereit sein, an sich selbst zu arbeiten - kontinuierlich und ehrlich. Genau diese Haltung macht gute Beratung aus.
Nächster Schritt
Doris Dacho empfiehlt Interessent:innen, sich vorab gut zu informieren: „Seien Sie ehrlich mit sich selbst und überlegen Sie, ob Sie wirklich bereit sind, sich auf diesen Weg einzulassen. Die Ausbildung kann sehr bereichernd sein – fachlich und persönlich. Besonders positiv sehe ich die heutige Verbindung aus fundierter Ausbildung, akademischem Niveau und starkem Praxisbezug. Wer diesen Beruf ernsthaft ergreifen möchte, findet darin eine sehr gute Grundlage.“
Wenn Sie spüren, dass psychosoziale Beratung Ihr Weg sein könnte, können Sie sich noch bis 28. Juni für unsere Bachelorstudien anmelden:
- Graz
Schwerpunkt systemische Beratungsmethodik, Vertiefung Supervision & Organisationsberatung - St. Pölten
Schwerpunkt integrative Beratungsmethodik, Vertiefung Aufstellungsarbeit - Wien
Schwerpunkt systemische Beratungsmethodik, Vertiefung Supervision & Organisationsberatung
Das Interview mit Doris Dacho, MSc wurde von bfi Wien geführt.