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UNI for LIFE - Weiterbildung in Graz Neuigkeiten Aufarbeitung begleiten lernen

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Mittwoch, 01.09.2021

Aufarbeitung begleiten lernen

Hand vor gelbem Hintergrund, Missbrauchsfälle professionell begleiten

Foto: Unsplash / okeycat

Das Aufdecken, Bekanntwerden und Veröffentlichen kirchlicher Missbrauchsfälle in den letzten zehn Jahren gleicht dem Lüften eines riesigen Teppichs, das den lang weggekehrten Schmutz des Grauens hervorquellen lässt. Dieser Prozess ist unausweichlich und verlangt auch von Frauen und Männern in therapeutischen, seelsorgerlichen und sozialen Berufen professionelle Sensibilität und achtsame Auseinandersetzung. Wissenschaftliche Leiterin des Masterlehrganges „Pastoralpsychologie KOMPAKT“ Prof. Mag. Dr. Maria Elisabeth Aigner reflektiert über die Bewältigung der Missbrauchsfälle in der Kirche und Gesellschaft.

Trotz aller Differenzierungsversuche wird zunehmend deutlich: Die Missbrauchsproblematik betrifft sowohl die gesamte Kirche mit ihren Mitgliedern als auch die Gesellschaft als Ganzes. „Wir sind hinsichtlich der Notwendigkeit, sich damit auseinanderzusetzen, bei einem Point of no Return angelangt. Ein Bewältigungsprozess der Missbrauchsfälle kann nicht ohne einen präzisen Blick auf die Opfer und ihre Widerfahrnisse bewerkstelligt werden. An diesem Punkt gibt es jedoch auch kein Ausweichen mehr in Bezug auf die Konfrontation mit den Tätern“, erklärt Prof. Mag. Dr. Maria Elisabeth Aigner.

Zwischen Opfer und Täter

SeelsorgerInnen, die entsprechende gebrochene Biografien begleiten, wird von Tätern ähnliches abverlangt wie von Opfern. Aigner: „Sowohl die einen als auch die anderen brauchen ein Gegenüber – Menschen, die innerlich trotz der Narrative begangener oder erlittener Missbrauchsdelikte zugewandt bleiben können, die eine hohe Selbstwahrnehmungsfähigkeit und Reflexionsfähigkeit haben und die offen und interessiert an Begegnung sind und die ganze Person in den Blick nehmen können. Die Opfer bestehen nicht nur einzig und allein aus der Erfahrung des Grauens, ebenso wenig wie die Täter einzig auf ihre Tat zu reduzieren sind. Es handelt sich hier wie dort um Menschen.“

Multiprofessioneller Zugang

Um die entsprechenden, therapeutischen Interventionsformen verantwortlich gewährleisten zu können, benötigt es multiprofessionelle Zugangsweisen. Das Spezialseminar zum sexuellen Missbrauch im Rahmen des Masterlehrganges Pastoralpsychologie KOMPAKT soll das Wissen und die Perspektiven der aktuellen psychotraumatologischen und theologischen Forschung auf die Bewältigung der Missbrauchsfälle vermitteln und die Teilnehmenden bei der Integration dieses Wissens in ihre Praxis unterstützen.

Alle Infos und Anmeldung zum Masterlehrgang  Pastoralpsychologie KOMPAKT

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